Washington, unterwegs im Zentrum der Macht

Für heute haben wir einen Timeslot für den Besuch im Capitol reserviert, also geht es nach dem Frühstück gleich los, ein kurzer Morgenspaziergang über 2 Meilen. Hier ist doch alles etwas weitläufiger als es scheint.

Auf dem Weg passieren wir auch das weiße Haus. Von der Orange ist jedoch nichts zu sehen.

Am Capitol angekommen erwartet uns eine 45-minütige Führung mit einer sehr aufgedrehten Tourführerin, die ihr wohleinstudiertes Skript in so atemberaubender Geschwindigkeit abspult, als würde sie pro Silbe bezahlt.

Anders als im Colorado Capitol können wir hier nicht wirklich viel auf eigene Faust erkunden, sondern es wird peinlich genau darauf geachtet, dass die Herde zusammenbleibt. Trotz allem ein beeindruckendes Gebäude.

Nach dem Capitol geht es gleich weiter in den Botanical Garden. Wir kommen gerade rechtzeitig um den nur einmal alle 2-3 Jahre blühenden Titanwurz zu bestaunen, dessen Blüte sich gestern geöffnet hat.

Anschließend schlendern wir bei zunehmender Hitze weiter bis an das ganz westliche Ende der Mall, Richtung Reflecting Pool, Lincoln Memorial und Weltkriegs-, Koreakriegs- und Vietnamkriegsdenkmälern.

Hier war dann der Handyakku leer, die übrigen Bilder sind auf der Kamera und folgen noch 🙂

Auf dem Weg zurück zum Hotel überrascht uns dann doch noch eine Motorcade bestehend aus zehn Polizeimotorrädern und zehn schwarzen SUVs mit getönten Scheiben, die die Virginia Avenue hinunterbrettert. Ob auch das „Biest“ darunter war (also die Kutsche des Orangenmannes) können wir aus der Entfernung nicht sicher sagen. Vermutlich haben aber nicht viele Bewohner der Hauptstadt Anspruch auf so viel Gefolge und ein Dauergrün-Abo für alle Ampeln…

Washington D.C.

Nach einer Woche Strandurlaub mit Tom und Tanja trennen sich nun wieder unsere Wege, schön war’s mit euch, see you soon!

Wir haben gute 300 Meilen bzw. 4-5 Stunden Fahrt bis Washington vor uns. Da unser Hotel dort unmittelbar an der National Mall liegt und somit alles fußläufig erreichbar ist, werden wir schon heute unseren Mietwagen am Ronald Reagan Airport zurückgeben, anschließend geht es per Über in die Stadt. Der erste unfreundliche Uberfahrer gibt uns einen nicht so freundlichen Willkommensgruß in Washington.  Mit Nummer zwei klappt es aber dann und wir sind so frühzeitig im Hotel, dass wir den Abend noch nutzen um die Stadt zu erkunden.

Wright Brothers Memorial, Kill Devil Hills

Die Brüder Wright haben sich 1900 gezielt die Outer Banks von North Carolina aufgrund der stetig guten Windverhältnisse ausgesucht, um hier ihre Flugstudien durchzuführen. Zunächst mit Drachen und unbemannten Gleitern, später dann mit immer weiter verbesserten Flugapparaten haben sie das Problem der Steuerbarkeit gelöst – etwas woran Lilienthal 1896 zuvor tödlich gescheitert war.

Im Dezember 1903 gelang ihnen dann in den Dünen von Kill Devil Hills der erste Motorflug, und der Rest ist Geschichte. Bereits eine Dekade später hatte man die schöne neue Erfindung erfolgreich in das erste Kampfflugzeug verwandelt, und im ersten Weltkrieg kamen davon dann Zehntausende zum Einsatz …

Kill Devil Hills, irgendwo am Strand

Ein weiterer stürmischer Tag am Meer, die geplante Bootstour muss leider ausfallen.

Die Lifeguards haben alle Hände voll zu tun den Leuten den Sinn einer roten Fahne zu erklären. Wir gehen lieber nur knietief rein, zu groß die Gefahr, dass einen doch eine Welle von den Füßen holt.

Nachmittags spielen wir zum Ausgleich etwas Mini Golf, ganz viel mehr Abwechslung gibt es bei dem Wetter hier leider nicht.

Cape Hatteras, Outer Banks

Heute sind wir an das südliche Ende der Outer Banks gefahren, nach Cape Hatteras.

Das Wetter wird etwas wilder, die See unruhiger. An Tauchen ist in den nächsten Tagen leider nicht mehr zu denken.

Größte Sehenswürdigkeit hier am Ende der Welt ist wohl der historische Leuchtturm von Hatteras, der 1999 um ganze 3000 Fuß landeinwärts verschoben wurde, um ihn vor den immer näher rückenden Fluten zu retten, den die sandige Küste ist in ständiger Bewegung. Eine ingenieurstechnische Meisterleistung, die im zugehörigen Visitor Center gut dokumentiert sind. (Fotos sind noch auf der Kamera und folgen später).

Outer Banks

In den Outer Banks treffen wir unsere Freunde Tom und Tanja aus Florida.

Nach den vielen zurückgelegten Meilen der letzten Tage müssen wir erst einmal ein wenig entspannen. Zumal ab Freitag das Wetter schlechter werden soll.

Außer Strand passiert nicht viel. Leider ist die See ziemlich unruhig, beim Schnorcheln sieht man kaum zwei Meter weit, und Tauchen kann ich wohl vergessen, mal sehen.

Kill Devil Hills, North Carolina

Den Vormittag in Wilmington verbringen wir damit, uns das Museumsschlachtschiff USS North Carolina anzusehen, das hier vor Anker liegt. Schon sehr beeindruckend, das Schiff mit mehr als 2000 Besatzungsmitgliedern war wie eine schwimmende Stadt, ausgestattet mit allem was man benötigt. Trotzdem natürlich auch sehr eng, und vor allem heiß, bei 38°C Außentemperatur.

Danach fahren wir weiter in die Outer Banks nach Kill Devil Hills.

Charlotte, North Carolina

Heute wieder ein reiner Reisetag. Nach leckerem Kurzfrühstück bei McDonald’s geht’s direkt zum Bozeman International Airport, der trotz des hochtrabendem Namens in Wahrheit nur ein besserer Provinzflughafen ist und nur geringfügig weniger Passagiere pro Jahr abfertigt wie der Flughafen Dortmund. Was für eine 50.000 Einwohnerstadt irgendwo um nirgendwo wiederum schon recht ansehnlich ist.

Inlandsflliegen ist hier relativ unspektakulär, fast wie Busfahren. In Charlotte angekommen werden wir von kuscheligen 38° (gefühlt 41°) in Empfang genommen – bei 80% Luftfeuchte um 19 Uhr Ortszeit wohlgemerkt. Ich habe das Gefühl, dass wir die kalten Yellowstonenächte in den nächsten Tagen noch vermissen werden.

Livingston, Montana

Unser Aufenthalt in den Nationalparks geht zuende, morgen fliegen wir von Bozeman nach Charlotte rüber. Damit wir nicht direkt vor unserem Flug noch 400 Meilen Fahrt absolvieren müssen, werden wir den Großteil davon schon heute zurücklegen. Dabei wählen wir für unseren Reisetag die etwas längere Strecke, die uns noch einmal zurück durch den nördlichen Teil des Yellowstone NP führt, insbesondere durch das Lamar Valley, einem der Hotspots für Tiersichtungen.

Und wir werden nicht enttäuscht: Büffelherden bis zum Horizont, hunderte Tiere. Sehr imposant, die großen Fluffy Cows.

Gegen Abend erreichen wir dann unsere letzte Cabin, die überraschend großzügig ausgestattet ist, inkl. Kühlschrank, Klimaanlage und gasbetriebenen Lagerfeuer.

Rodeo

Heute haben wir uns angeschaut, wie die lokale Dorfjugend sich so die Zeit vertreibt.

Um dabei nicht aufzufallen, haben wir uns zuvor noch passend einheimisch verkleidet, mit Cowboyhut und Cowboystiefeln. Yeeeha! Ist das jetzt eigentlich schon kulturelle Aneignung?

Rodeo ist eine seltsame Mischung aus Folklore, kitschigem Pathos, Patriotismus und christlichem Fundamentalismus – und ein bisschen Tierquälerei ist auch dabei. Von diesen Schwächen einmal abgesehen ist es aber aus sportlicher Sicht ein spannendes Event, die Reiter sind Weltklasse.

Und um sich freiwillig auf so ein Monster von Bullen zu setzen, muss man entweder ziemlich dumm oder ziemlich mutig sein, oder beides. Und dazu ein wenig Todessehnsucht haben.

Cody, Wyoming

In der Heimatstadt von Buffalo Bill fühlen wir uns nach eine knappen Woche Camping so, als ob wir endlich wieder in der Zivilisation angekommen sind.

Duschen!

Rasieren!

Nicht mehr mit Bärenspray bewaffnet aufs Klo gehen!

Herrlich.

Der Nationalstolz der Amerikaner ist allgegenwärtig. Wenn in deutschen Innenstädten alle fünf Meter eine Deutschlandfahne vor den Geschäften hängen würde, wäre das wohl etwas befremdlich. Hier aber ist das ganz normal.

Grizzly!

Auf unserem Weg aus dem Yellowstone Park hinaus Richtung Cody haben wir noch ein wenig Zeit totzuschlagen, da es noch früh am Morgen ist und der Check-in erst ab 15:00 Uhr möglich ist. Kurzentschlossen halten wir an um ein Stück des Nine Mile Trails am Ufer des Lake Yellowstone zu gehen.

Am Parkplatz weist uns die Rangerin darauf hin, dass ein Grizzly in der Gegend unterwegs ist, entsprechend machen wir uns mit etwas mulmigem Gefühl und mit Bärenspray bewaffnet auf den Weg. Eine halbe Stunde streifen wir am Ufer des Sees durch eine karge Landschaft, die vor ca. 10-15 Jahren dem Waldbrand zum Opfer gefallen sein muss und sich auf Grund der kurzen Vegetationsperiode nur langsam erholt.

Als die Hitze zunimmt und wir außer Wyoming Bluebirds, Streifenhörnchen und laut klackenden Schnellkäfern nichts spannendes entdecken, kehren wir um.

Als wir gerade vom Parkplatz fahren wollen, zeigt er bzw. sie sich doch noch: eine Grizzlybärin.

Binnen Minuten bildet sich auf der Straße ein Stau, die Rangerin hat alle Hände voll zu tun den Verkehr zu regeln und Unfälle zu verhindern. Näher als 100 Yards dürfen wir nicht ran, aber das ist glaube ich auch gut so – wenn sie wollen sind die Bären echt schnell.

Und so können wir zum Abschluss unseres Yellowstone Aufenthalts doch noch ein Häkchen bei „Grizzly sehen“ machen.

Büffel

Dieser entspannte Kollege lag völlig unbeeindruckt direkt neben der Straße. Aber auch wenn er so friedlich aussieht: Streicheln sollte man die Fluffy Cows aber trotzdem nicht.

Norris Porcelain Basin & Mammoth Hot Springs

Für den heutigen Tag hatten wir uns eine Rundfahrt durch den nördlichen Teil des Yellowstone NP vorgenommen.

Trotz Tagestemperaturen über 30° sind die Nächte mit einstelligen Werten doch teilweise empfindlich kalt, besonders wo wir nur unsere dünnen Summerschlafsäcke eingepackt haben, um Platz im Koffer zu sparen. Kurzerhand mussten wir deshalb noch einmal beim Campingausrüster eine Decke nachkaufen, um nicht allzusehr zu frieren. Dennoch sind wir früh auf den Beinen.

Erste Station ist das Norris Porcelain Basin, eine unwirkliche Mondlandschaft voller heißer Quellen.

Weiter ging es zur nächsten Station, den Mammoth Hot Springs. War das Norris Basin schon beeindruckend, so sind die Sinterterrassen von Mammoth dies schon auf Grund ihrer immensen Größe umso mehr. Etwas Vergleichbares habe ich bisher nur in Pamukkale in der Türkei gesehen. Das Areal ist weitläufig und – typisch für alle touristisch erschlossenen Bereiche des Yellowstone – mit fest vorgegebenen Wanderwegen auf hölzernen Stegen ausgestattet. Betreutes Spazieren auf amerikanischen Wanderautobahnen. Das kann man doof finden, aber andererseits haben schon eine Vielzahl von Touristen Füße, Beine oder ihr Leben in den säurehaltigen, kochend heißen Quellen verloren. Insofern bleibt man hier doch besser auf dem Weg.

Auf dem Rest der Rundfahrt zeigt sich dann auch noch das ein oder andere Wildtier.

Old Faithful

Wenn wir gestern schon einen relativ unspektakulären Vorgeschmack auf die geothermischen Aktivitäten im Yellowstone bekommen haben, dann wurde das heute nochmal sehr eindrucksvoll bestätigt.

Der Old Faithful und seine Geschwistergeysire sind definitiv das Highlight des Parks, und entsprechend auch leider ein Touristenhotspot. Aber ähnlich wie am Jenny Lake hat uns auch hier das frühe Aufstehen in die Karten gespielt, und so konnten wir den ersten Ausbruch des Geysirs aus der ersten Reihe mit freiem Blick und ohne Menschenmassen genießen. Das Gelände ist insgesamt sehr weitläufig und überall blubbert, zischt und brodelt es. Insgesamt gibt es hier ca. 10.000 heiße Teiche und Tümpel. Die Wege verlassen ist nicht ratsam, die Wassertemperatur liegt teils sogar über dem Siedepunkt, der in diesen Höhen bei etwa 93° liegt. Ein grandioses Naturschauspiel, man versteht, dass das gesamte Yellowstone Bassin ein einziger großer Krater und potentieller Supervulkan ist, der irgendwann zwischen jetzt und in 50.000 Jahren wieder aktiv werden wird.

Headwaters Campground

Morgens sind wir früh raus um in der Dämmerung ein paar Elche vor die Linse zu bekommen, leider ohne Erfolg. Danach haben wir unser Zelt abgebrochen und uns auf den Weg zur nächsten Station zu machen.

Eigentlich wollten wir vom Grand Teton NP gleich weiter in den Yellowstone NP, aber wir waren mit der Buchung etwas zu spät dran, und so mussten wir für eine Nacht eine Zwischenstation auf dem Headwaters Campground machen, der genau im Niemandsland zwischen den beiden Parks liegt.

Da wir schon relativ früh unsere Holzhütte für die Nacht hatten, haben wir kurzentschlossen am Nachmittag noch den Thump Geyser erkundet, der am Südrand des Yellowstone liegt.

Jenny Lake

Die Nationalparks in Wyoming sind trotz ihrer Abgelegenheit stark frequentiert. Das liegt vor allem daran, dass die Saison relativ kurz ist. 9 lange Monate Winter wechseln sich mit 3 kurzen Sommermonaten ab, Campgrounds sind ohnehin rar und schon Monate im Voraus ausgebucht. Wenn man aber einen Platz ergattert hat, hat man den Vorteil, dass man vor den ganzen Tagestouristen von außerhalb des Parks an den interessanten Sehenswürdigkeiten sein kann. Und so sind wir heute früh aufgebrochen, um zum Jenny Lake bzw. über den Jenny Lake zu fahren. Nach der kurzen Bootsfahrt geht es zunächst hinauf zu den Hidden Falls und dann weiter hoch zum Inspiration Point mit tollem Panoramablick über den See und den Park.

Der Rückweg am Ufer des Sees wird auf Grund der Hitze und der Höhe doch anstrengender als gedacht, und so sind wir froh, gegen Mittag wieder am Visitor Center angekommen zu sein.

Den Nachmittag über fahren wir noch ein wenig weiter durch den Park und besuchen eine Herde Büffel und die Mormon Row, eine Reihe „historischer“ Bauten der ersten Siedler.

Grand Teton National Park

Von Lander bis zu unserem nächsten Ziel waren es nur weitere 150 Meilen, genug Zeit also um es langsam angehen zu lassen und noch einige Zwischenstopps zu machen.

In der Wind River Reservation haben wir uns im Trading Post noch mit einigen Mitbringseln eingesteckt.

In Dubois (gesprochen: Dubeus) gab’s lecker Tacos und beim Schlendern durch das Städtchen haben wir noch den Masonic Temple, also die örtliche Freimaurerloge besucht, die sich allerdings als Handarbeitsladen entpuppte. Wie fast jeder zweite, mit dem wir ins Gespräch kommen, hat auch die betagte Eigentümerin einen Bezug zu Deutschland, hat sie doch früher in Wiesbaden gelebt. So kommt man schnell ins Gespräch.

Auf dem Camping Platz angekommen ist unser Zelt schnell aufgebaut. Der Park Ranger berichtet, dass in den letzten Wochen regelmäßig ein Grizzly immer mal wieder den Campground besucht hat und ermahnt uns nochmals eindringlich, keine Lebensmittel offen oder im Zelt liegen zu lassen sondern alles sorgfältig in die Bear Box am Platz einzuschließen. Wir sind froh, unser Anti-Bärenspray gekauft zu haben. Das ist ab jetzt immer am Mann bzw. an der Frau.

Dass Bären lernen, dass es bei Menschen lecker Futter gibt, ist ein Riesenproblem. Ist ein Tier erst einmal derart konditioniert, verliert es alle Scheu und kommt immer wieder nahe heran und wird zur Gefahr. Traurige Konsequenz ist dann, dass das Tier erschossen werden muss, weil der Mensch zu dämlich war.

In den Nachrichten kam heute die Meldung, dass zum ersten Mal seit 2020 wieder ein Schwarzbär erschossen werden musste. Sehr schade.

Gesehen haben wir bisher aber (leider?) noch keinen Bären. Im Grand Teton gibt es ca. 200 Grizzlies, Im Yellowstone weitere 500.

Lander, Wyoming

Nachdem wir gestern den Tag im Rocky Mountains National Park verbracht haben war heute ein Reisetag angesagt. Die knapp 500 Meilen bis zum Grand Teton waren uns für eine einzelne Etappe zu weit, also haben wir uns auf gute 300 Meilen beschränkt und in Lander WY eine Zwischenstation gebucht.

War Colorado noch einigermaßen lebhaft was den Verkehr anging, so wurde es heute auf den Straßen deutlich ruhiger. Zeitweise waren wir vollkommen allein unterwegs, bis zum Horizont niemand zu sehen – und man kann hier sehr weit sehen.

Wyoming ist mit einer Bevölkerungsdichte von 2 Menschen pro Quadratkilometer nach Alaska der zweitdünnst besiedelte Staat der USA. Merkt man.

Wo wir heute bequem mit Klimaanlage durch die karge Steppe cruisen, haben sich vor 200 Jahren die Siedler des Oregon Trails durch die Einöde gequält. Unvorstellbar, dass man wochenlang mit dem Planwagen durch diese Landschaft fuhr, die fernen Berge stets im Blick, aber ohne dass sie jemals merklich näher kamen.

Unendliche Weiten …

Grand Lake

Morgens ging es mit dem Uber zum Flughafen um den Mietwagen abzuholen. Ein Midsize SUV sollte es sein, schließlich will man sich neben den ganzen Dodge Rams und Elon Swasticars nicht minderwertig fühlen. Und bei 2.40 Dollar pro Gallone ist zumindest für deutsche Verhältnisse der Verbrauch egal, scheiß aufs Klima.

Anschließend war erst einmal Shopping angesagt: Vor unserer Campingwoche im Grand Teton und Yellowstone Nationalpark müssen die Vorräte aufgefüllt werden, also ab zum Walmart Superstore.

Neben Lebensmitteln standen auch so sinnige Dinge wie Anti-Bear Spray und Insektenschutz mit 40% Deet (gegen Denguefieber, Zika Virus und West Nil Virus, bei uns vermutlich als Chemiewaffe eingestuft) auf der Wunschliste.

Danach endlich raus aus dem Großraum Denver und rein in den Rocky Mountains National Park. Auf 3.700 m Höhe führt uns die höchste befestigte Passstraße der USA durch ein großartiges Panorama. Zwei Meter hohe Schneemarkierungen beidseits der Strecke lassen erahnen, dass hier im Winter gar nichts mehr geht. Und der Winter geht hier quasi von September bis Mai, dann ist die Route gesperrt.

Die Straße ist zwar offiziell mit 25-45 Meilen pro Stunde ausgeschildert, die Wildwechselschilder am Straßenrand sollte man aber tunlichst ernstnehmen.

Am Grand Lake erreichen wir schließlich unsere Zwischenstation, eine kleine Cabin mit rudimentärer Ausstattung, preislich aber gleich auf mit unserem Hotel in Denver. Wieder einmal bewahrheitet sich, dass Lage, Lage, Lage einfach alles ist, wenn es um Immobilien geht.

Denver

Insgesamt sind wir nun seit 26 Stunden auf den Beinen und haben 9 Stunden Verspätung. Ich bin froh, dass wir nicht direkt in Denver einen Mietwagen gebucht haben. Jetzt noch Autofahren in einer fremden Stadt würde ich nicht mehr auf die Reihe bekommen. Ich freue mich auf das Uber ins Hotel und aufs Bett.

Washington

Nach gut 8 Stunden Flug sind wir mit ca. 20 Minuten Verspätung in Washington gelandet. Dadurch wurde unser 2:05 h Umsteigezeitfenster leider empfindlich geschmälert. Bis sich dann alle Passagiere zum Aussteigen sortiert hatten, war dann eine weitere wertvolle Viertelstunde verstrichen. Mit nur noch 90 Minuten auf der Uhr ging es also in die Schlange vor der Immigration.

In die sehr lange Schlange. Ungefähr 85 Minuten lang, wie sich später herausstellen sollte. Die Zeit brennt unter den Nägeln, die Stimmung ist ein wenig gereizt. Könnte auch daran liegen, dass nur 3 von 11 Zollschaltern besetzt sind – DOGE Budgetkürzungen lassen grüßen. Danke Elmo – du A*sch.

Aber der Wettergott ist schließlich auf unserer Seite: der Flug kann nicht pünktlich starten, muss wegen Gewitters eine halbe Stunde warten. Auf uns warten 😀 Noch nie war Regen so schön.

Update 18:35 Uhr: Der für 17:20 Uhr geplante Flug steht immer noch am Terminal … Aber um 18:50 Uhr soll es nun endlich los gehen.

Düsseldorf Airport

Dafür dass Urlaubszeit ist, hat der Check-in nun doch in Rekordzeit funktioniert. 06:20 Uhr am Flughafen angekommen und 07:00 Uhr bereits alle Koffer aufgegeben und den Sicherheitscheck absolviert.

Das Kind wurde allerdings beim versuchten Schmuggeln einer Bastelschere erwischt – wenn man nicht alles vorher kontrolliert …

Umbuchung

2:50 Uhr: United teilt uns freudestrahlend mit, dass unser Transatlantikflug wegen einer defekten Maschine erfolgreich umgebucht wurde.

Toll, 6 Stunden mehr Reisezeit und Zwischenstopp in Washington.

Catch 22: Check-in läuft über Lufthansa, Sitzplatzreservierung über United. Lufthansa kann uns einchecken, aber keine Plätze reservieren. Ohne zugewiesene Plätze aber keine Boardkarte. United kann uns Plätze reservieren, aber nicht einchecken … Hotlines sind erst ab 8 Uhr besetzt, Chatbots zu dumm das Problem zu verstehen und der Link zur Bearbeitung der Umbuchung funktioniert nicht.

Läuft. Also besser mal noch eine Stunde früher zum Flughafen um das alles rechtzeitig am Schalter sortiert zu bekommen.

Trotzdem ist die Stimmung gut 👍

Kofferpacken

Die ersten Vorbereitungen laufen, die Packliste wird akribisch abgearbeitet – ist ja klar wenn zwei Nerds Urlaub machen. Da wir sowohl Campen in den Bergen als auch Strandurlaub und Städtetouren im Programm haben, ist der Bedarf an Ausrüstung entsprechend groß. Alles in die (wie immer viel zu kleinen) Koffer zu verstauen ist ein Tetris Spiel für Fortgeschrittene.

Update: Es ist vollbracht 😁